Dioramen - die große Welt ganz klein


Laden am Kai bei der Maschinenfabrik Schneider

Die Welt wird immer komplexer. Undurchschaubare Zusammenhänge verwandeln Tag für Tag das scheinbar Gewohnte in Neues. Krise hier, Furcht dort, Revolution und Klimawandel - da kann es einem durchaus schwerfallen, noch unbekümmert sein Leben zu leben. 

 

Doch halt {#emotions_dlg.confusion} 

 

Wer sich dem immer schnelleren Wechsel von Moden, Strömungen, Must-Haves und No-Gos widersetzen mag, kann in seine eigene, in seine kleine Welt flüchten. Diese Welt des Dioramas gibt einem Ruhe und Distanz. Im Kleinen sein eigene Welt erschaffen. Den Dingen eine eigene Bedeutung geben. Sich Geschichten ausdenken und darum herum Umwelt, Lebensräume, Geschehnisse zu arrangieren, zu erfinden - das macht den Bau von Dioramen so einzigartig.   

 

Die Suche nach ein wenig Ordnung im Durcheinander, Ruhe im Trubel und Entspannung im täglichen Stress ist ein zutiefst menschliches Bedürfnis. Dabei fordert der Dioramenbau außer Sorgfalt und Kreativität auch ein hohges Maß an Geduld. Er fördert dadurch die Entschleunigung des Lebens, die Verlangsamung und die Besinnung. Ob das nun beim Bau der Modelle ist, bei der Planung oder der Internet-Recherche über die Zusammenhänge, die gerne in dem Modell dargestellt werden sollen. Immer geht es auch um den Abstand zur Realität. Und das macht ein Hobby, ein Steckenpferd so wertvoll.


Plausch am Zaun

So empfinde ich es: Wenn ich mich in mein Bastelzimmer zurückziehe - ohne dabei natürlich den Bezug zum realen Leben zu verlierenLächelnd - dann entwickelt sich eine intensive Beschäftigung mit meinen aktuellen Themen. Dabei widme ich mich hauptsächlich dem Maßstab 1:87. Nicht weil ich dem Traum einer Modellbahn nachhänge. Dazu habe ich keine wirkliche Beziehung, gleichwohl das Anschauen einer Clubanlage oder einer besonders liebevoll und mit reichem Detailaufwand gestalteten Modelleisenbahn durchaus Freude gibt. Der Grund für diesen H0-Maßstab liegt vor allem darin, dass es hierzu eine unüberschaubare Fülle an Modellen, Zubehör und Ausstattungen gibt. Zudem lässt dieser Maßstab eine ausreichende Detaillierung zu.    

 

Noch ein Wort zu den Inhalten: Ich habe für meine Dioramen zunächst "so um 1960" gewählt - mein Geburtsjahr. So entstanden zunächst ein kleiner Bauernhof und die "Burg Bärenklamm". Als Fingerübung für Zwischendurch habe ich dann, auch in dieser nicht näher definierten Zeit angesiedelt, ein Stück aus einem Dampfbetriebswerk gebaut. Dies geschah hauptsächlich, um die Revell-Lokbausätze in einem ansprechenden Umfeld zu präsentieren.


Hafenstraße 1957

Meine Hauptwerke sind aber "Hafenstraße mit kleiner Werft und Anlegestelle" und "Maschinenfabrik Schneider". Beide Dioramen sind genau definiert im Spätsommer 1957 angesiedelt, kurz vor der Bundestagswahl 1957, bei der Konrad Adenauer als Spitzenkandidat der CDU angetreten ist. Unter seiner Führung erlangte die Union bei dieser Wahl die absolute Mehrheit. Die Abgeordneten im Bonner Bundestag wählten Adenauer  zum zweiten Mal zum Bundeskanzler. Dafür habe ich ausgiebige Quellenrecherche im Internet betrieben, mir Vorbildfotos aus allen gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Bereichen besorgt, zeitgenössische Werbung ebenso wie Filmplakate oder Verkehrszeichen. Dazu gehört auch, dass von 1957 an die bundesdeutschen Zulassungszeichen weiß mit schwarzer Schrift eingeführt wurden - zuvor waren die Autokennzeichen schwarz mit weißer Schrift. Natürlich finden sich keine Automodelle, deren Vorbilder zu jener Zeit noch nicht auf dem Markt waren - und selbstverständlich versuche ich, die vielen Preiserleins so auszuwählen, dass sie in die Zeit passen.

 

Genug der Vorrede. Auf den folgenden Seiten finden sich mehr oder weniger kurze Texte zu den einzelnen vorgestellten Dioramen und Links zu den Bildergalerien.

 

Viel Spaß

 

Maximilian Busl

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